Früher oder später kommt die Zeit, da sich jeder mit dem Thema Altersvorsorge intensiv auseinander setzen muss. Doch riskiert man einen Altersvorsorgeersten Blick in die Materie, wird vielen schnell mulmig zumute: Unübersichtlich, zäh und zu komplex erscheint die Thematik. Schuld ist oft fehlendes Grundwissen. Ist man erstmal mit dem nötigen Know-how gewappnet, lässt sich schnell Licht ins Dunkel bringen. Denn Altersvorsorge muss kein Buch mit sieben Siegeln sein.

Altersvorsorge heißt für seinen Lebensabend vorsorgen

Zunächst einmal gilt es den Begriff „Altersvorsorge“ zu erklären. Die Bedeutung des Wortes „Altersvorsorge“ lässt sich schon aus seiner Bezeichnung ableiten: Es handelt sich um eine Vorsorge für das Alter. Ein Mensch trifft sie im Laufe seines (Erwerbs-) Lebens, damit er in seiner letzten Lebensphase seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Und das vorzugsweise ohne auf seinen gewohnten Lebensstandard verzichten zu müssen. Der Lebensunterhalt wird durch Erspartes oder erworbene Anwartschaften finanziert. Erworbene Anwartschaften sind Geldleistungen, auf die man dann Anspruch hat, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Hat jemand zum Beispiel seinen Rentenanspruch erworben, dann bekommt er regelmäßig seine Rente ausgezahlt.

Wie war das früher? – Ein Blick in die Geschichte

Um zu verstehen, wie das mit der Altersvorsorge genauer funktioniert, lohnt sich der Blick in die Vergangenheit. Früher gab es noch keine staatliche Altersvorsorge. Ältere Menschen wurden durch ihren Familienverband versorgt. Dies ging deshalb, weil Großfamilien damals im Gegensatz zu heute keine Seltenheit waren. In früheren Zeiten lebte meist die gesamte Mehrgenerationsfamilie unter einem Dach. Es wurde sich gegenseitig geholfen: Großeltern kümmerten sich um die zahlreichen Enkel. Und war die Zeit gekommen, pflegten alle Familienmitglieder die Großeltern. Der Beginn der Industrialisierung änderte jedoch alles. Menschen waren gezwungen, von zu Hause fortzugehen, um in den Städten Arbeit zu finden. Großfamilien wurden auseinandergerissen. Hinzu kam, dass viele Menschen auf dem Land verarmten. Ein Verpflegen der Älteren wurde immer schwieriger bis unmöglich. Im Jahre 1889 führte der damalige Reichskanzler Otto von Bismarck im Zuge seiner Sozialgesetzgebung die gesetzliche Altersrente ein. Dabei handelte es sich um eine kapitaldeckende Alterssicherung. Das bedeutet: Jede Generation bildete selbst Rücklagen für den Ruhestand. Beitragszahlungen der Versicherten wurden verzinst angespart und später ausgezahlt. Dieses Kapital ging jedoch durch die beiden Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise sowie die Inflation fast vollständig verloren. Daher wurde die Rente in den 1950er Jahren auf das sogenannte Umlageverfahren umgestellt. Das heißt: Die eingezahlten Beiträge wurden direkt an die jeweiligen Rentner ausgezahlt. Die jüngere, erwerbstätige Generation kam also für die ältere Generation auf. Man spricht auch von einem Generationsvertrag. Es hat sich also im Vergleich zu früheren Zeiten ein Wandel vollzogen: Kamen früher noch einzelne Individuen im Familienverband für die Rente auf, sind es heute größere Verbände wie der Staat oder die Versicherungsgemeinschaften.

Der demografische Wandel und mit ihm die sich verändernde Bevölkerungsstruktur bringen das Umlageverfahren allerdings ins Wanken. Denn die Bevölkerungsschicht der älteren Erwachsenen und somit der Rentenempfänger wird immer mehr zunehmen, während die mittlere Bevölkerungsschicht der Erwerbstätigen abnimmt. Schon heute müssen etwa 100 Erwerbstätige den Lebensunterhalt von 58 Rentner sichern.

Die Altersvorsorge wird durch drei Säulen gestützt

Die gesetzliche Rente allein kann keine solide Altersvorsorge mehr darstellen. Daher stützt sich eine optimale Altersvorsorge in Deutschland auf ein Dreisäulenprinzip, bestehend aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge.

Die gesetzliche Absicherung bildet auch heute noch den wichtigsten Grundpfeiler der Altersvorsorge. Dem Prinzip des Umlageverfahrens zufolge hat jeder Arbeitnehmer einen Pflichtbeitrag von seinem Lohn oder Gehalt zu zahlen. Derzeit beträgt dieser 18,9 Prozent, wobei der Arbeitgeber jeweils für die Hälfte aufkommt. Die eingenommen Rentenbeiträge werden nicht angespart, sondern direkt an die aktuellen Rentenempfänger ausgezahlt. Dadurch ergibt sich für den Rentenbeitragszahler kein Anspruch, die von ihm eingezahlten Beiträge in voller Höhe wieder zurück zu bekommen. Die aktuellen Beitragszahler beziehen ihre Rente aus dem, was die nachrückende Generation in die Rentenkasse einzahlt. Da es aber immer weniger Beitragszahler gibt, wird auch die gesetzliche Rente am Ende nicht mehr ausreichen, den Lebensstandard im Ruhestand aufrecht zu erhalten. Die stufenweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf das 67. Lebensjahr wird an diesem Umstand auch nicht rütteln können. An dieser Stelle kommen die anderen beiden Säulen der Altersvorsorge ins Spiel.

Auf die betriebliche Altersvorsorge oder Betriebsrente hat jeder festangestellte Arbeitnehmer in Deutschland einen Rechtsanspruch. Es werden fünf Durchführungswege unterschieden: Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktzusage, Unterstützungskasse und Direktversicherung. Der Arbeitgeber entscheidet sich dabei für einen der Durchführungswege. Der Arbeitnehmer muss sich also um nichts kümmern. Finanziert wird die Betriebsrente durch die sogenannte Entgeltumwandlung. Das bedeutet, ein Teil des Gehaltes wird in eine betriebliche Altersvorsorge umgewandelt. Weil dies üblicherweise aus dem Bruttogehalt geschieht, ergeben sich steuerliche Vorteile. Auch bei einem Arbeitgeberwechsel besteht weiterhin Anspruch auf Auszahlung der Beiträge im Alter. Abhängig vom Durchführungsweg kann der Vertrag dann privat weitergeführt oder zum neuen Arbeitgeber mitgenommen werden. Die betriebliche Rente wird zudem nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet. Und sollte der Arbeitgeber insolvent werden, garantiert der Pensionssicherungsverein die Auszahlung der Beträge.

Die dritte Säule ist die private Altersvorsorge. Hierbei spart jeder sein Kapital in eigenverantwortlicher, freiwilliger Weise und bekommt es im Ruhestand inklusive Zinsen zurückgezahlt. In der Regel dient die dritte Säule als Zusatzrente. Es werden dabei die staatlich geförderte Vorsorge (Riester-Rente, Rürup-Rente) und die nicht staatlich geförderte Vorsorge (z. B. Aktienfonds, Lebensversicherung, Immobilienbesitz) unterschieden. Das Angebot ist groß und bietet für jede Berufs- und Altersgruppe ein passendes Produkt der Altersvorsorge. Staatlich geförderte Angebote sind weniger flexibel als die nicht staatlich geförderten Angebote, dafür bieten sie während der Beitragszahlungsphase Steuervorteile. Darüber hinaus ist das angesparte Vermögen bei der staatlich unterstützen Variante im Falle der Bedürftigkeit „Hartz-IV-sicher“, es wird also nicht zur Regelsatzberechnung herangezogen.

Zur privaten Vorsorge gehört aber auch die Absicherung der Arbeitskraft, welche man bei der Ruhestandsplanung auf gar keinen Fall vergessen sollte, weil man sonst im Falle einer Berufsunfähigkeit akut von Altersarmut betroffen ist. Lesen Sie hier mehr zur Berufsunfähigkeitsabsicherung.

Onlinevergleich zur Altersvorsorge

Über meine Onlinevergleichsrechner können Sie einfach und schnell im Bereich Leben, Vorsorge und Kapital Ihr persönliches Angebot zur Altersvorsorge (Riester-Rente, Rentenversicherung, Pflegeversicherung u.v.m.) erstellen und dabei sogar 3 Tarife miteinander vergleichen auf deren Vor- und Nachteile. Klicken Sie hier und erstellen Sie gleich Ihr unverbindliches Angebot:

Wie sichert man sich nun optimal ab?

Für eine optimale Absicherung gibt es kein Patentrezept. Experten schätzen, dass mindestens 70 Prozent des letzten Bruttogehaltes zur Absicherung des Lebensunterhalts notwendig sind. Die gesetzliche Rente deckt gerademal 40 Prozent und das mit sinkender Tendenz. Wichtig ist daher, alle Angebote der Altersvorsorge auszuschöpfen – am besten so früh wie möglich. Denn je früher mit dem Sparen begonnen wird, desto geringer sind die monatlich zu zahlenden Beiträge und desto höher fallen am Ende die Zinsen aus.

Lesen Sie dazu mehr auf meinem Blog: