Berufsunfähigkeitsversicherung aufgeteilt auf mehrere Anbieter. Ist dies sinnvoll?

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Personen mit ehrgeizigen Berufszielen, wie z.B. Akademiker steigen oftmals schon zu Anfang ihrer Kariere mit einem sehr hohen Jahresgehalt (ca. 60.000 Euro) Brutto und aufwärts ins Berufsleben ein. Das hohe Jahresgehalt ist folglich auch die Grundlage für eine höhere Berufsunfähigkeitsabsicherung.

In der Praxis der Versicherungsbranche weckt eine neue Art der Umsetzung unser Interesse, die Aufteilung der Versicherung auf zwei Gesellschaften, zur noch stabileren Absicherung der Arbeitskraft.

doppelt abgesichert durch zwei BU-anbieter
BU-Versicherung über 2 Anbieter sinnvoll? Ja, wenn…

Doch wozu ist diese Aufteilung genau gut?

Vorab ist zu erwähnen, dass die Aufteilung auf diverse Versicherungsunternehmen nur für Akademiker Sinn macht und dies nur, weil hier vorab eine Absicherung für Studenten schon von bis zu 2.000 Euro möglich ist.

Zurzeit kann man über die Allianz, Alte Leipziger und den Volkswohl Bund bereits als Student eine Absicherung von insgesamt 2.000 Euro erhalten. Im Vergleich bieten andere Versicherungsgesellschaften nur eine Absicherung bis maximal 1.500 Euro.

Startet man nun nach seinem Studium mit seinem Arbeitsalltag bei einem Gehalt von 60.000 Euro pro Jahr, besteht das Bestreben die bereits versicherte Grenze aus dem Studentendasein zu erhöhen und ca. 60% des Bruttogehalts nachzuversichern. Im Schnitt würde dies ca. 36.000 Euro im Jahr bzw. 3.000 Euro monatlich bedeuten. Grundsätzlich sollte dies aufgrund der Nachversicherungsgarantie auch kein Problem sein.

Problematisch wird es jedoch, wenn im Vertrag vermerkt ist, dass die Nachversicherung nur bei 2.500 Euro liegen kann ohne erneute Gesundheits- und Risikoprüfung. Die Absicherung der höheren Summe (3.000 Euro) würde folglich eine neue Prüfung des Gesundheitszustandes mit sich führen.

Am Beispiel folgender Versicherungen würde ich gerne die maximale Erhöhungsgarantie aufzeigen.

1. Alte Leipziger

2. Volkswohl Bund

3. Die Bayerische

Im Vergleich ist deutlich zu sehen, dass die Bayerische als einzige Versicherung die Möglichkeit bietet die Summe bis 3.000 Euro pro Monat (36.000 Euro im Jahr) zu versichern, jedoch ohne Beitragsdynamik in der Nachversicherung.

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Das Problem liegt jedoch in der Klausel der Risikoprüfung und Gesundheitsprüfung. Hier kann einem das Leben schwer gemacht werden, was die Erhöhung der BU-Summe erschwert.

Zweite Absicherung – So umgehen Sie die Problematik der Erhöhung

Die Problematik der Erhöhung ist folglich auch der Grund, warum eine Aufteilung auf mehrere Gesellschaften mit einer jeweils geringeren Summe soviel Sinn macht. Eine bedarfsgerechte Erhöhung von 1.000 Euro auf 1.500 Euro ist ohne Probleme möglich. Je vertraglicher Gestaltung auch bis zu 2.500 Euro. Der große Vorteil: bei einem Wachstum des Gehaltes ist eine Erhöhung ohne Probleme möglich, ohne die lästigen Gesundheitsfragen.

Bei der Absicherung bei nur einem Versicherungsanbieter läuft man Gefahr schnell die Obergrenze der Versicherungsfähigen Summe erreicht zu haben. Im Zuge der Inflation oder des steigenden Gehaltes wird es schwierig den Betrag im Zuge der Nachversicherungsoption zu erhöhen. Eine Absicherung auf zweimal 1.250 Euro macht hier folglich mehr Sinn, da sie eine Erhöhung problemlos zulässt.

  • Man sollte aber immer bedenken alle Absicherungen so zu treffen, dass immer noch etwas Luft nach oben im Absicherungsbetrag ist.

Warum nicht gleich 2.500 Euro absichern?

Natürlich ist die Abschließung einer höheren Berufsunfähigkeitsversicherung möglich. Doch sollte man bedenken, dass hier auch immer eine Gesundheits- und Risikoprüfung stattfindet.

Doch woraus besteht die Gesundheitsprüfung?

  1. Als erster Schritt erfolgt immer eine ärztliche Untersuchung. Hier besteht immer die Gefahr das Unregelmäßigkeiten zu Tage kommen, die eine Versicherung zunichtemachen können.
  2. Zudem werden die ärztlichen Zeugnisse umfangreicher und ändern sich mit der Zeit.

Wie solchen Fragen aussehen können, sehen Sie hier am Beispiel der Nürnberger Versicherung:

  • Mit dem Aufzeigen der Komplexität der Risiko- und Gesundheitsfragen möchten wir nicht abschrecken oder die Absicherung einer höheren Versicherungssumme negieren. Ich möchte Sie lediglich für das Thema und seine Problematik aufmerksam machen.
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Wenn der Rückversicherer mitreden möchte

Bei höheren Versicherungssummen will der Rückversicherer immer mitreden (Definition Rückversicherer: Versicherungsgesellschaft, die eine andere Versicherungsgesellschaft finanziell absichert).

Warum dies so ist, liegt klar auf der Hand. In erster Linie soll die Absicherung der Versicherung gewährleistet werden. Mag ein Prüfer der Versicherung in seinem Ermessensspielraum großzügiger sein, so kann es jedoch sein, dass der Rückversicherer Strenge walten lässt und den Antrag auf die Versicherung einer höheren Summe auf Basis vergangener Gesundheitsbeschwerden ablehnt.

  • Ärgerlich, jedoch möglich zu umgehen, wenn man von vornherein den Betrag auf zwei Versicherungsgesellschaften aufteilt.

EineAufteilung kappt nicht immer!

Ab und an gibt es jedoch auch immer wieder Situationen, wo eine Aufteilung der BU nicht möglich ist. Es kann immer wieder an der Risikoprüfung scheitern, sodass am Ende vielleicht nur ein Anbieter eine „normale Annahme“ zulässt.

Unklar wie es mit der Zukunft weiter geht?

Gerade in jungen Jahren ist es nicht immer ganz klar, wie es in der Zukunft weiter geht. Für viele steht auch die Familienplanung auf der Agenda, verbunden mit einer Elternzeit oder sogar nur einer Teilzeiteinstellung. In diesem Fall sind realistisch gesehen keine enormen Gehaltsänderungen zu erwarten, was eine ordentliche Absicherung und Beitragsdynamik genügen lässt. Sollten dennoch Unsicherheiten bestehen, so ist eine Aufteilung auf zwei Gesellschaften immer von Vorteil.

Bedeutet eine Aufteilung auch mehr Arbeit?

In der Phase der Antragstellung fällt nicht sonderlich mehr Arbeit an. Anders sieht es jedoch im Leistungsfall aus. Denn dann muss man sich mit der Bürokratie von zwei Gesellschaften auseinandersetzen. Doch auch diese Arbeit muss nicht unbedingt auf einen selbst zurückfallen. Es besteht die Möglichkeit durch spezielle Versicherungsberater alle seine Angelegenheiten regeln zu lassen. Gerne stehe ich hier auch für weitere Fragen zur Verfügung.

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Tipp: Aufgrund des anfallenden Mehraufwandes empfehle ich die App simplr. Sie erleichtert die Organisation aller Dokumente und arbeitet in Echtzeit.

Schlussfolgerung

Für Akademiker ist die Aufteilung der BU Versicherung auf zwei Gesellschaften sehr sinnvoll.

Viele Akademiker profitieren im Berufsalltag von einem steigenden Gehalt, was den Absicherungsbedarf erhöht. Um irgendwann nicht vor Problemen innerhalb der Absicherung zu stehen und lästige Gesundheits- und Risikoabfragen zu vermeiden, ist eine Aufteilung von vornherein sehr sinnvoll.

Um eine individuelle Abschätzung erstellen zu können, empfehle ich immer das persönliche Gespräch mit einem Berater des Vertrauens. Hier stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung und spreche mögliche Vor- und Nachteile gerne mit Ihnen durch!

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Über Marco Mahling

Marco Mahling ist als unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler tätig im Raum München und Ingolstadt, online berät er seine Kunden aber aus ganz Deutschland. Er ist gelernter Bankkaufmann, zertifizierter Fondsspezialist (TÜV-Süd), Experte für private Vorsorge (DMA), qualifizierter Berater zur Riester-Rente sowie Fachmann für Vorsorgemanagement und berät seine Kunden in den Bereichen Ruhestandsplanung, private Krankenversicherung und Immobilien.

Auf Bewertungsplattformen im Internet lässt er sich von seinen Kunden bewerten und hat auf dem Portal von WhoFinance mehr als 500 Referenzen. Über seinen Blog hält er seine Interessenten auf dem Laufenden und informiert seine Kunden regelmäßig per Newsletter.

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