Krankenkassen in der Schweiz – Wo liegen die Unterschiede zu Deutschland?

Das Gesundheitssystem der Schweiz gilt als vorbildlich. Jeder Bürger ist obligatorisch grundversichert. Aufgrund der Wahlfreiheit können sich die Versicherten ihre Krankenkasse selbst aussuchen. Monatlich sind Prämien in einer vorher festgelegten Höhe zu leisten. Viele Grenzgänger, die in süddeutschen Grenzregionen täglich zu ihren Arbeitsplätzen in der Schweiz pendeln, sind dort auch krankenversichert. Worin bestehen die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem schweizerischen Krankenkassenwesen?

Erhebliche Unterschiede bei Prämien und Versicherungsleistungen

Auch in der Schweiz werden Patienten oft kräftig zur Kasse gebeten. Zwischen den einzelnen Krankenkassen besteht ein Wettbewerb, sodass die Prämien abhängig vom Versicherungsmodell und Krankenkasse unterschiedlich ausfallen können. In der Schweiz ist es allerdings üblich, Versicherten, die in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen leben, eine Prämienverbilligung zu gewähren. Diese wird in der Regel durch den Wohnortskanton genehmigt.

Pendler aus Deutschland, die aufgrund der niedrigeren Lebenshaltungskosten in ihrem Heimatland wohnen bleiben und in der Schweiz arbeiten, sollten sich rechtzeitig über das dortige Krankenkassensystem informieren. In der Schweiz sind grundsätzlich alle dort wohnhaften oder erwerbstätigen Menschen krankenversicherungspflichtig. Im Gegensatz zu Deutschland ist jedes Familienmitglied einzeln versichert. Eltern sind verpflichtet, ihre Kinder innerhalb von drei Monaten nach der Geburt bei einer Krankenkasse anzumelden. Diese Dreimonatsfrist gilt ebenfalls für ausländische Bürger nach dem Umzug in die Schweiz. Da Wahlfreiheit besteht, sollten bei der Entscheidung auch die Versicherungsleistungen sowie die Höhe der monatlichen Prämien berücksichtigt werden.

Bei den Krankenkassenprämien 2020 wird mit einem Kostenanstieg von circa drei Prozent gerechnet. Ein Krankenkassenvergleich kann dabei helfen, ein Tarifmodell mit günstigen Konditionen zu finden. Bei unabhängigen Vergleichsportalen steht meist ein Prämienrechner zur Verfügung, sodass die Prämien verschiedener Krankenversicherungen miteinander verglichen werden können.

Das Schweizer Gesundheitswesen gilt als Mischung aus Staat und Privatwirtschaft. Leistungsträger wie Ärzte und Krankenhäuser sind teilweise staatlich oder privat organisiert. Die Qualität medizinischer Leistungen ist sowohl im staatlichen und privaten Sektor sehr hoch. Die Schweiz verfügt über dichtes Netz qualifizierter Mediziner und Krankenhäuser. Darüber hinaus muss kein Versicherter lange auf einen Termin warten. Schweizer Krankenkassen sind verpflichtet, jeden Patienten unabhängig von Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand in die Grundversicherung aufzunehmen. Vertragsfreiheit besteht lediglich bei den privaten Zusatzversicherungen. Private Zusatzleistungen (nach VVG) können grundsätzlich von jedem Versicherten abgeschlossen werden.

Ausgezeichnete medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in der gesamten Schweiz durch Spitäler, die über die Grundversicherung abrechnen, sichergestellt. In den einzelnen Schweizer Kantonen werden Spital-Listen geführt, sodass die Versicherten sich über das nächstgelegene zuständige Krankenhaus informieren können. Im Gegensatz zu Deutschland ist jeder Arbeitnehmer in der Schweiz verpflichtet, sich selbst um einen angemessenen Versicherungsschutz zu kümmern. Die Anmeldung bei der Krankenkasse wird dort nicht vom Arbeitgeber übernommen.

Ein weiterer Unterschied zum deutschen Krankenkassensystem besteht darin, dass in der Schweiz die Höhe der Versicherungsbeiträge nicht vom Lohn abhängig ist. Die monatliche Prämie wird von der Krankenkasse in Form einer Kopfprämie erhoben und unabhängig vom persönlichen Einkommen und Vermögen, aber abhängig vom Wohnort festgelegt. Die Höhe der Krankenkassenprämie wird durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) genehmigt. In der Schweiz sind auch ausländische Arbeitskräfte in unselbständigen Arbeitsverhältnissen versicherungspflichtig, deren Arbeitsverträge auf weniger als drei Monate befristet sind. Anders als in Deutschland bezahlen Arbeitgeber in der Schweiz jedoch keinen Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung.

Über Marco Mahling

Marco Mahling ist als unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler tätig im Raum München und Ingolstadt, online berät er seine Kunden aber aus ganz Deutschland. Er ist gelernter Bankkaufmann, zertifizierter Fondsspezialist (TÜV-Süd), Experte für private Vorsorge (DMA), qualifizierter Berater zur Riester-Rente sowie Fachmann für Vorsorgemanagement und berät seine Kunden in den Bereichen Ruhestandsplanung, private Krankenversicherung und Immobilien.

Auf Bewertungsplattformen im Internet lässt er sich von seinen Kunden bewerten und hat auf dem Portal von WhoFinance mehr als 500 Referenzen. Über seinen Blog hält er seine Interessenten auf dem Laufenden und informiert seine Kunden regelmäßig per Newsletter.

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