Kredite zur freien Verwendung – Vor- und Nachteile

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Wuensche und Traeume lassen sich mit dem nicht zweckgebundenen Darlehen erfuelen

Abbildung 1: Wünsche und Träume lassen sich mit dem nicht zweckgebundenen Darlehen erfüllen, wie beispielsweise die Safari in Afrika.

Die eigenen Finanzen stets im Blick zu haben, ist für viele gar nicht so einfach. Noch schwieriger ist es dann, die Einnahmen und Ausgaben richtig zu planen. Überall lauern Kostenfallen, finanzielle Sackgassen. Um den finanziellen Engpass zu überwinden, bleibt meist nur die Möglichkeit, Geld bei der Bank zu leihen. Im Internet gibt es mittlerweile viele Kreditangebote mit attraktiven Konditionen. Dabei gibt es zweckgebundene Darlehen, wie den Autokredit. Es gibt jedoch auch Darlehen zur freien Verwendung, die beispielsweise auch für eine Umschuldung nutzbar sind.

Mehr finanzielle Freiheit

Kredite zur freien Verwendung geben dem Verbraucher mehr finanzielle Freiheit. Sie müssen bei der Darlehensaufnahme nicht angeben, wofür das Darlehen bestimmt ist. Damit lässt sich die Urlaubsreise finanzieren, die Renovierung der Wohnung oder die vorhandenen Darlehen lassen sich in eines zusammenfassen. Letzteres, die Umschuldung, ist sinnvoll, wenn ein Kreditnehmer mehrere Stellen hat, an die er Geld zurückzahlen muss. Damit werden die monatlichen, regelmäßigen Ausgaben übersichtlicher: Es ist nur noch an eine Stelle zu zahlen. Und diese muss keine Unbekannte sein. Bei Vergleichsportalen, wie beispielsweise smava, vergibt die Norisbank auch online Kredite.

Dispokredit auf dem Konto

Besonders kostenintensiv ist es, den Dispokredit auf dem Konto dauerhaft in Anspruch zu nehmen. Wenn das länger der Fall ist, lohnt es sich ebenfalls einen Ratenkredit in Erwägung zu ziehen, um die monatlichen Kosten zu senken. Ist der Kostendruck schon sehr hoch, hilft es manchmal zunächst eine Beratung in Anspruch zu nehmen, bevor die Überschuldung droht.

Was bedeutet das: Kredite zur freien Verwendung?

Wer zur Bank geht, um einen Kredit aufzunehmen, muss meistens auch erklären, wozu er das Geld braucht. Das hat den Hintergrund, dass die Bank wissen möchte, ob es Sicherheiten gibt. Das ist zum Beispiel bei der Immobilien– oder der Fahrzeugfinanzierung der Fall. Um das Geld zu bekommen, muss der Kreditnehmer den Kauf belegen, etwa durch Vorlage des Kaufvertrages. Beim Ratenkredit zur freien Verwendung kann der Kreditnehmer selbst entscheiden, was er mit dem Geld tut und sich beispielsweise den langgehegten Wunsch nach einer Fernreise erfüllen, schicke Möbel kaufen oder das neue Smart-TV.

Welche Vorteile hat der Kredit zur freien Verwendung?

Die Vorteile eines Kredits ohne Zweckbindung sind die gleichen wie bei einem Ratenkredit. Der Zinssatz bleibt über die gesamte Laufzeit gleich, genauso wie die Ratenhöhe. Damit erreichen Kreditnehmer eine hohe Planbarkeit ihrer monatlichen Kosten. Die Gesamtkosten für den Kredit stehen von vornherein fest. Mit einem nicht zweckgebundenen Kredit können sich Konsumenten Wünsche erfüllen, die unter normalen Umständen nicht so leicht zu erfüllen wären, weil keine Rücklagen vorhanden sind. Lediglich das zur Verfügung stehende Geld und die weiteren Verpflichtungen beeinflussen die Höhe des möglichen Kredits. Der Kreditnehmer kann das Geld verwenden, wofür immer er möchte.

Die Kehrseite der Medaille: Kredit ohne Zweckbindung hat auch Nachteile

Die freie Verwendung ist einerseits ein Vorteil. Doch daraus ergibt sich gleichzeitig ein Nachteil. Die Bank bekommt im Gegenzug keine Sicherheit für das verliehene Geld. Damit steigt für die Bank das Risiko, sollte es zu einem Zahlungsausfall kommen. Um dieses Risiko auszugleichen, verlangen die Banken in der Regel höhere Zinsen für das frei verwendbare Darlehen. Damit steigen die Kosten für die Kreditrückzahlung. Wie viel mehr das ist, kann individuell sehr verschieden sein und hängt auch mit der persönlichen Kreditwürdigkeit zusammen.

Voraussetzungen für den Kredit zur freien Verwendung

Kredit zur freien Verwendung

Auch für den Kredit zur freien Verwendung gelten wie für alle Kredite die gleichen gesetzlichen Voraussetzungen. Der Kreditnehmer muss beispielsweise volljährig sein, der Wohnsitz muss in Deutschland liegen und es muss ein deutsches Bankkonto vorhanden sein. Wichtig sind auch ein gesichertes monatliches Einkommen und eine entsprechende Kreditwürdigkeit. Letzteres nimmt direkten Einfluss auf die Zinshöhe und damit auf die monatliche Belastung durch die Kreditraten. Ein negativer Eintrag bei der Schufa kann die Zinsen stark ansteigen lassen oder sogar die Kreditvergabe gänzlich verhindern. Weitere Kriterien für die Kreditvergabe sind bankintern. Hier gewichten die Banken einzelne Kriterien, wie den ausgeübten Beruf, Familienstand, finanzielle Verpflichtungen und etwaige Unterhaltszahlungen, sehr unterschiedlich.

Wie die Bank die Bonität beurteilt

Die Bonitätsprüfung durch die Bank gibt Aufschluss darüber, wie kreditwürdig ein Kunde ist. Dabei besteht die Bonität aus zwei Aspekten: aus der Zahlungswilligkeit des Kunden und seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Beide Aspekte zusammen ergeben für die Bank die Kreditwürdigkeit des Kunden. Auf deren Grundlage treffen die Banken Kreditentscheidungen. Außerdem beeinflusst die Kreditwürdigkeit die Höhe der Zinsen in den meisten Fällen, denn die Bonität gibt der Bank letztlich Aufschluss darüber, wie hoch das Ausfallrisiko für den Kredit ist. Das bedeutet: Wie wahrscheinlich ist es, dass der Kunde den Kredit regulär und ohne Probleme vollständig zurückzahlt?

Persönliche und wirtschaftliche Bonitätsprüfung

Dazu führt die Bank zunächst eine persönliche Bonitätsprüfung durch. Kriterien dabei sind:

  • Berufliche Qualifikationen und Tätigkeiten
  • Wie sicher ist der Arbeitsplatz?
  • Wie war das Zahlungsverhalten in der Vergangenheit?

Zum Punkt Zahlungsverhalten in der Vergangenheit holen Banken immer eine Schufa-Auskunft ein. Sie ist allerdings ohne Einwilligung des Kreditnehmers nicht zulässig. Deshalb haben Kreditanträge in der Regel ein Feld, das einfach anzukreuzen ist, um die Einwilligung zur Schufa-Auskunft zu bestätigen. Verweigert der Kunde die Schufa-Auskunft, hat das regelmäßig zur Folge, dass die Bank den Kreditantrag ablehnt.

Bei der wirtschaftlichen Bonitätsprüfung betrachtet die Bank die finanzielle Leistungsfähigkeit des Kreditnehmers. Sie will damit sicherstellen, dass der Antragsteller mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu in der Lage sein wird, das Darlehen zurückzuzahlen. Dabei spielen folgende Kriterien eine Rolle:

  • Wie hoch ist das monatliche Gehalt, das monatliche Gesamteinkommen?
  • Wie hoch sind demgegenüber die monatlichen Ausgaben?
  • Gibt es eventuell Vermögen?

Um diese Überprüfung durchzuführen, ist die Kooperation des Antragstellers gefragt, der hier die erforderlichen Nachweise vorlegen muss, wie Einkommensnachweise oder Kontoauszüge. Der Kreditnehmer ist per Gesetz zur Kooperation verpflichtet. Das dient letztendlich seinem eigenen Schutz.

Abbildung 1: Pixabay © ejaugsburg (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: Pixabay © stevepb (CC0 Public Domain)
Abbildung 3: Pixabay © stevepb (CC0 Public Domain)

Über Marco Mahling

Marco Mahling ist als unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler tätig im Raum München und Ingolstadt, online berät er seine Kunden aber aus ganz Deutschland. Er ist gelernter Bankkaufmann, zertifizierter Fondsspezialist (TÜV-Süd), Experte für private Vorsorge (DMA), qualifizierter Berater zur Riester-Rente sowie Fachmann für Vorsorgemanagement und berät seine Kunden in den Bereichen Ruhestandsplanung, private Krankenversicherung und Immobilien.

Auf Bewertungsplattformen im Internet lässt er sich von seinen Kunden bewerten und hat auf dem Portal von WhoFinance mehr als 500 Referenzen. Über seinen Blog hält er seine Interessenten auf dem Laufenden und informiert seine Kunden regelmäßig per Newsletter.

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