Bitcoin-Artikelreihe Teil 9: Wie werden Kryptowährungen und das Blockchain-Verfahren in der Öffentlichkeit wahrgenommen?

Lesezeit: 4 Minuten

Nicht nur hier auf meiner Seite, sondern nahezu überall in der Presse, in Funk und Fernsehen, im Internet und den Sozialen Medien lesen Sie täglich von Bitcoin und Blockchain.

Dennoch ist es nach wie vor ein eher kleiner Kreis von Menschen, die wirklich zu erklären vermögen, welches die Verfahrensweisen sind, die dem Krypto-Handel zugrunde liegen. Noch viel weniger Menschen haben wirklich faktisch damit zu tun, in dem sie zum Beispiel mit Kryptowährungen oder Token handeln.

Über alles, was unbekannt ist, kursieren – um das fehlende Wissen zu ersetzen – zahlreiche Gerüchte. Ich habe einige davon gesammelt.

Ist Bitcoin für kriminelle Machenschaften gemacht?

Kryptowährungen sind keiner Kontrolle unterworfen. Bezahlungen mit Krypto-Geld können vollkommen anonym geleistet werden. Für die Gesetzeshüter ist dies ein veritabler Albtraum, denn illegale Geschäfte – angefangen bei Drogen über Waffen bis hin zu Kinderpornographie – können so bargeldlos abgewickelt werden, ohne dass den Beteiligten etwas nachgewiesen werden kann.

Aus diesem Blickwinkel kann den Kryptowährungen durchaus der Vorwurf gemacht werden, Werkzeug für Straftaten zu sein. Ohne Zweifel aber ist der Handel mit Drogen oder Waffen der strafbare Teil dabei, und es entspricht nicht den Tatsachen, wenn jemand die Kryptowährungen für die Straftaten verantwortlich macht.

Eine andere Seite der Illegalität ist die Geldwäsche. Sobald Geld in Bitcoin umgewechselt wird, verschwindet es in die Anonymität. Einnahmen aus illegalem Glücksspiel oder Raub und Diebstahl können auf diese Weise sofort in verwendbare Geldmittel verwandelt werden.

Kryptowährungen und ihre öffentliche Wahrnehmung

Besonders leicht wird dies durch neuartige Geldautomaten, die Bargeld annehmen und direkt in eine Wallet einzahlen. Zuerst in Basel, inzwischen auch in acht verschiedenen Städten in Deutschland, stehen solche Geldautomaten. Um Geld zu waschen, wird es am Automaten eingezahlt, und der Wallet gutgeschrieben. Auf einem offiziellen Handelsplatz kann die Kryptowährung wieder in Landeswährung zurückgetauscht werden. Im Prinzip kann dieses Geld sogar als Kapitalertrag versteuert werden, um vollkommen sauber zu werden.

Illegales Geld zu waschen war noch nie einfacher.

Wer ist Satoshi Nakamoto?

Satoshi Nakamoto ist eine Kunstfigur, ein Pseudonym. So viel ist bekannt. Niemand weiß allerdings bisher, wer dahintersteckt. Es lässt sich noch nicht einmal sagen, ob es ein Mensch ist, oder eine Gruppe von Entwicklern.

Derzeit streiten sich vor einem Gericht in Washington D.C. (USA) zwei Personen darüber, wer Satoshi Nakamoto sei. Auf der einen Seite Craig Wright, der behauptet, selber der Bitcoin-Begründer zu sein. Auf der anderen Seite Ira Kleiman, Bruder des verstorbenen David Kleiman, von dem er zu wissen glaubt, dass dieser Nakamoto sei.

Mitten in diesen Streit hinein hat die Internet-Agentur Ivy McLemore & Associates eine dreiteilige Artikelserie angekündigt, in der sich der echte Nakamoto offenbaren will.

Szenekenner fahren stichhaltige Argumente auf, weshalb wohl keins der genannten Gerüchte der Wahrheit entspricht. Wir tappen also weiterhin im Dunkeln.

Wieviel Energie kostet Krypto-Mining bzw. wieviel ausgestoßenes CO­2 fällt dadurch an?

Der Energiebedarf für das Schürfen von Kryptowährungen wächst gleich dreifach. Erstens wird es durch das Halving immer aufwändiger, eine Coin zu schürfen. Zweitens wächst die Zahl der Miner stetig, ohne dass dadurch mehr geschürft werden kann. Drittens existieren hunderte verschiedener Kryptowährungen, die fast alle ihre eigene Blockchain verwenden, bei denen die Miner parallel arbeiten.

Auf der einen Seite haben sich die Bilder eingebrannt von riesigen Serverfarmen in China, die in der Nähe von Kohlekraftwerken gebaut wurden, von denen billiger Strom bezogen werden kann. Daneben steht Island immer wieder im Blickpunkt, wo emissionsfreier Strom aus Geothermie für günstiges und naturfreundliches Mining sorgt.

Es ist unbestritten, dass der Energiebedarf wächst. Die von manchen Presseschreibern angekündigte Energiekrise durch Krypto-Mining ist jedoch so weit weg von der Realität, dass es nachgerade absurd erscheint. Immerhin geben die Autoren solcher Meldungen regelmäßig zu, dass deren Aussagen auf Schätzungen beruhen.

Wer sich selber ein Bild davon machen will, wieviel Energie weltweit für das Mining verbraucht wird, der muss verstehen, worin sich Kilowatt, Milliampèrestunden und Kilowattstunden unterscheiden. Um dies zu verdeutichen, verwende ich den Tesla Model S als Beispiel. In der größten Ausbaustufe kann die Batterie des Tesla 90 KWh speichern. Ein neues hocheffektives Mining-Gerät wie der Antminer 9 könnte damit 2,5 Tage ununterbrochen betrieben werden. Wenn man den Aussagen der Politik glauben darf, dann verfügen wir über genug Energie für Millionen und Abermillionen von Elektro-Autos. Ich denke, das genügt als Vergleich.

Und überhaupt: wie steht die Politik zu Kryptowährungen?

In einigen Ländern sind Kryptowährungen verboten. Auch die deutschen Politiker haben reflexartig zur Verbotskeule gegriffen, also die neue Technologie aufkam, konnten aber keinen passenden Paragraphen finden. Inzwischen ist zwar offenbar, dass in der Blockchain Potential für viele moderne Geschäftsanwendungen steckt, jedoch kann die Regierungskoalition sich nicht zu einer in die Zukunft gerichteten Regulierung durchringen.

Die neue EZB-Chefin Christine Lagarde hat bei ihrem Amtsantritt angekündigt, die Politik der fast ungehemmten künstlichen Geldvermehrung fortsetzen zu wollen, wie sie zu Zeiten Mario Draghis Gang und Gebe war. Für viele Finanzexperten ist dies das Signal, in inflationsgeschützte Kryptowährungen zu flüchten. Genau dies ist für die Politik allerdings eine Bedrohung. Eine Gegenreaktion seitens EZB wäre also keine Überraschung.

Ich erspare mir Spekulationen – wir werden ja bald sehen, wie die Politik reagiert.

Über Marco Mahling

Marco Mahling ist als unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler tätig im Raum München und Ingolstadt, online berät er seine Kunden aber aus ganz Deutschland. Er ist gelernter Bankkaufmann, zertifizierter Fondsspezialist (TÜV-Süd), Experte für private Vorsorge (DMA), qualifizierter Berater zur Riester-Rente sowie Fachmann für Vorsorgemanagement und berät seine Kunden in den Bereichen Ruhestandsplanung, private Krankenversicherung und Immobilien.

Auf Bewertungsplattformen im Internet lässt er sich von seinen Kunden bewerten und hat auf dem Portal von WhoFinance mehr als 500 Referenzen. Über seinen Blog hält er seine Interessenten auf dem Laufenden und informiert seine Kunden regelmäßig per Newsletter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.