Bitcoin-Artikelreihe Teil 8: Welches sind die weiteren Möglichkeiten und Vorteile der Crypto-Währungen?

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Blockchains und Crypto-Währungen werden fast immer im Zusammenhang mit weltweitem Online-Handel genannt, insbesondere dann, wenn die zu handelnden Güter digitale Produkte sind. Warum auch nicht? Mit dem Blockchain-Verfahren ist ein dezentrales und betrugssicheres Verfahren verfügbar, das überdies von keiner Regierung und keiner sonstigen Instanz kontrolliert oder manipuliert werden kann.

Sie haben zudem am Beispiel der Token erfahren, dass noch ganz andere Möglichkeiten existieren, mit denen auf Basis der Blockchain-Technologie Geschäftsvorgänge vereinfacht und beschleunigt, aber auch sicherer gestaltet werden können. Doch damit ist noch längst nicht ausgereizt, was mit der neuen Technologie noch alles möglich ist.

Was sind Smart Contracts?

In den Transaktionen der Blockchain können komplexe Vorgänge verschlüsselt werden. Da die Blockchain fälschungssicher ist, können wasserdichte Verträge geschlossen werden, die sonst einen Mittelsmann erfordern würden, zum Beispiel einen Notar.

Dort, wo dies gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, werden viele Verträge jedoch ohne einen Intermediär geschlossen, um die Kosten dafür zu sparen. Dabei tauchen aber zwangsläufig Schwächen auf, die regelmäßig zu Problemen führen. Beim Kauf von Gegenständen ist dies selten der Fall: Der Käufer bezahlt den Kaufpreis und nimmt dafür die Ware in Empfang. Der Handel ist gemacht, und niemand kann sich hinterher beklagen.

Ein völlig anderes Bild zeigt sich bei Dienstleistungsverträgen. Ein Kunde beauftragt einen Anbieter mit der Erstellung eines Werkes. Schon mit dem ersten Pinselstrich oder Hammerschlag geht der Anbieter in Vorleistung. Besteht die Dienstleistung beispielsweise mit dem Streichen einer Hauswand, hat der Auftragnehmer keine Sicherheit in der Hand, sollte der Abnehmer die Bezahlung verweigern, denn er kann ja nicht die Farbe von der Wand kratzen, um sie anderweitig zu verwenden.

Möglichkeiten & Vorteile der Kryptowährungen

Bei großen und über eine längere Zeit andauernden Projekten wird der Auftraggeber daher einen gewissen Betrag anzahlen. Damit geht dieser aber in Vorleistung. Streicht der Auftragnehmer die Wand in der falschen Farbe, ist das angezahlte Geld trotzdem weg, bzw. es muss ein Streit über die Zurückerstattung geführt werden.

In Dienstleistungsverträgen wird daher versucht, jede Eventualität mit einer Regel zu belegen, damit möglichst wenig Raum übrigbleibt, um sich später zu streiten. Solche Verträge auszuhandeln bindet jedoch schon von Anfang an Ressourcen, bevor überhaupt etwas produktiv geschaffen wurde. Zudem lässt sich realistisch gesehen nicht jede Spielart in einem Vertrag vorausplanen, weshalb häufig die Streitigkeiten vor Gericht enden.

Ein Smart Contract ermöglicht, dass bestimmte Verpflichtungen in der unbestechlichen Blockchain verankert werden, die später zwangsläufig erfüllt werden. Im Fall eines Dienstleistungs- oder Werkvertrags kann dies die Bezahlung sein, die dem Auftragnehmer sicher ausgezahlt wird, wenn das Werk erstellt wurde – oder aber vorenthalten, wenn das Werk wesentliche Mängel aufzeigt.

Welche sonstigen Vorteile haben Smart Contracts?

Smart Contracts sind nicht nur kostengünstig und unbestechlich, sie sind vor allem auch schnell und mobil. Am Beispiel einer Versicherung kann dies anschaulich illustriert werden.

Ein Versicherungsvertreter und der Kunde sind im Gespräch über ein umfassendes Versicherungspaket. Dieses Gespräch kann auch an einem öffentlichen Ort stattfinden, zum Beispiel einem Café.

Im normalen Fall würde der Vertreter die Voraussetzungen prüfen, die der Kunde zu erfüllen hat, dann beim Anbieter das OK einholen, den Kunden zu den vereinbarten Voraussetzungen zu versichern. Der Kunde wiederum würde blind darauf vertrauen, dass der Versicherer die vereinbarten Leistungen auch in der gewünschten Art gewährt. Schließlich sind alle Vertragspunkte verhandelt, und der Kunde unterschreibt den Vertrag. Einige Tage später erhält er die offizielle Police vom Versicherer – und erst dann ist eine wirkliche Sicherheit aufgebaut.

Ein Smart Contract könnte bereits alle ausgehandelten Aspekte in elektronischer Form enthalten, inklusive der zu erbringenden Leistungen des Versicherers und der Zahlungsverpflichtung des Kunden. Über die jeweiligen Wallets der Parteien – das sind elektronische Geldbörsen einer Krypto-Währung – wird die Zahlung abgewickelt. In einer App auf dem Smartphone kann der Vertrag geschlossen werden und besitzt im selben Augenblick unbestechliche Rechtsgültigkeit.

Smart Contracts stecken noch in den Kinderschuhen, wie man so schön sagt, erobern aber nach und nach viele Branchen und Geschäftsbereiche, da die Vorteile schlicht überwiegen.

Über Marco Mahling

Marco Mahling ist als unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler tätig im Raum München und Ingolstadt, online berät er seine Kunden aber aus ganz Deutschland. Er ist gelernter Bankkaufmann, zertifizierter Fondsspezialist (TÜV-Süd), Experte für private Vorsorge (DMA), qualifizierter Berater zur Riester-Rente sowie Fachmann für Vorsorgemanagement und berät seine Kunden in den Bereichen Ruhestandsplanung, private Krankenversicherung und Immobilien.

Auf Bewertungsplattformen im Internet lässt er sich von seinen Kunden bewerten und hat auf dem Portal von WhoFinance mehr als 500 Referenzen. Über seinen Blog hält er seine Interessenten auf dem Laufenden und informiert seine Kunden regelmäßig per Newsletter.

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