Privatkredite steuerlich geltend machen – funktioniert das?

Wenn Ausnahmen nicht immer wieder die Regel darstellen würden, wäre das deutsche Steuerrecht wesentlich einfacher zu handhaben. Das gilt auch für Aufwendungen, die der Ausübung eines Berufes zugeordnet werden können und daher grundsätzlich steuerlich abzugsfähig sein müssten. Grundsätzlich dürfen Werbungskosten und Betriebsausgaben zwar von der Steuer abgesetzt werden, aber nicht alle entstandenen Kosten lassen sich diesen beiden Gruppen auch zuordnen. Das gilt auch für die Kapitalkosten, die mit der Aufnahme eines privaten Darlehens verbunden sind. Im Grunde handelt es sich dabei nicht um abzugsfähige Kosten – aber es gibt eben auch hier ein paar Ausnahmen, die man kennen sollte!

Behandlung von Kapitalkosten für vermietete Immobilien

Die Werbungskosten greifen bei Immobilien, die vermietet werden sollen. Wurde für diese Immobilie nämlich ein Kredit aufgenommen, so lassen sich die Zinsen steuerlich geltend machen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Kredit Privatkreditenotwendig wurde, um das Einkommen auch weiterhin generieren zu können. Die Kreditkosten lassen sich demnach also absetzen, wenn das Geld für den Kauf oder für wichtige Instandhaltungsmaßnahmen benötigt wird. Dazu zählen beispielsweise die Reparatur des Daches oder feuchtigkeitsbedingte Maßnahmen, die der Schimmelbildung entgegenwirken sollen. Wird jedoch eine Garage angebaut, die nicht vermietet werden soll, können die damit verbundenen Kapitalkosten nicht geltend gemacht werden. Entscheidend für die Anerkennung als Werbungskosten ist es also, dass die Kapitalkosten im Endeffekt dazu dienen, ein Einkommen zu generieren.

Zinsen für den Autokredit – Werbungskosten oder nicht?

Beim Auto ist grundsätzlich der Verwendungszweck entscheidend. Nun kann es zwar durchaus sein, dass das Fahrzeug nur dazu verwendet wird, um zur Arbeitsstelle zu gelangen. Das reicht dem Gesetzgeber jedoch noch nicht aus, um die mit der Anschaffung verbundenen Kapitalkosten als Werbungskosten anzuerkennen. Theoretisch könnte der Fahrzeughalter es auch für private Zwecke nutzen. Anders sieht es aus, wenn mit dem Fahrzeug selbst Geld verdient wird, es also den Stellenwert eines Betriebsmittels einnimmt. Ein klassischer Fall: Selbstständige, die im Außendienst arbeiten. Voraussetzung für die Anerkennung ist jedoch das Führen eines Fahrtenbuchs, aus dem genau hervorgeht, welche Fahrten privater und welche geschäftlicher Art waren.

Kapitalkosten bei Zweitwohnungen

Nicht jeder hat das Glück, seinen Arbeitgeber direkt vor der Haustüre vorzufinden. Wer sich deswegen eine Zweitwohnung nimmt, kann die Kosten hierfür steuerlich geltend machen. Das gilt übrigens auch für Kredite, sofern es sich dabei um eine Eigentumswohnung handelt. Diese Kosten dienen schließlich dazu, weiterhin ein stabiles Einkommen generieren zu können, ohne das eigene soziale Umfeld dafür komplett verlassen zu müssen.

Investitionen von Selbstständigen und Freiberuflern

Selbstständige und Freiberufler, die einen möglichst günstigen Kredit aufnehmen möchten, um sich die nötigen Betriebsmittel beschaffen zu können, können die damit verbundenen Kapitalkosten ebenfalls von der Steuer absetzen. Typisches Beispiel ist der Kauf eines leistungsfähigeren Computers mit entsprechenden Softwarepaketen. Als Nachweis beim Finanzamt dient die Rechnung.

Im Rahmen der Steuererklärung ist es wichtig, dass nur die Zinsen und nicht die komplette monatliche Rate angegeben werden. Vor allem bei Annuitätendarlehen, bei denen sich Zins- und Tilgungsanteil monatlich ändern, sollte dies beachtet werden. Die monatlich zu zahlende Rate bleibt zwar gleich, der Zinsanteil sinkt jedoch kontinuierlich durch die geringer werdende Restschuld.

Über Marco Mahling

Marco Mahling ist als unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler tätig im Raum München und Ingolstadt, online berät er seine Kunden aber aus ganz Deutschland. Er ist gelernter Bankkaufmann, zertifizierter Fondsspezialist (TÜV-Süd), Experte für private Vorsorge (DMA), qualifizierter Berater zur Riester-Rente sowie Fachmann für Vorsorgemanagement und berät seine Kunden in den Bereichen Ruhestandsplanung, private Krankenversicherung und Immobilien.

Auf Bewertungsplattformen im Internet lässt er sich von seinen Kunden bewerten und hat auf dem Portal von WhoFinance mehr als 500 Referenzen. Über seinen Blog hält er seine Interessenten auf dem Laufenden und informiert seine Kunden regelmäßig per Newsletter.

1 Kommentar zu “Privatkredite steuerlich geltend machen – funktioniert das?

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