Sicherheitsmaßnahmen: Tipps für das sichere Online-Banking

Die Digitalisierung sowie der technologische Fortschritt sind also auch am Finanzsektor in den vergangenen Jahren nicht spurlos vorbeigegangen. Im Gegenteil: Sie haben ihn gehörig umgewälzt. Hier sind im Bereich der Fintechs praktische neue Anwendungen entstanden. Eine Entwicklung, die – wie so häufig im Leben – viele Vor-, aber eben auch Nachteile mit sich gebracht hat. Während das Online-Banking die Bankgeschäfte nämlich zeit- sowie ortsunabhängig und damit für die Kunden deutlich komfortabler macht, gehen damit auch Risiken einher. Denn im Zuge der Digitalisierung nimmt auch die Cyberkriminalität stetig zu. Doch wenn es um das eigene Geld geht, möchten viele Menschen keinerlei Risiko in Kauf nehmen.

Deutsche nutzen Online-Banking überdurchschnittlich

Gänzlich auf das Online-Banking zu verzichten, wäre eine mögliche Lösung, jedoch betreffen die Cyberrisiken auch die Banken selbst und so macht es keinen Sinn, neue Technologien aus Sicherheitsgründen zu meiden. Dies scheint jedenfalls die Einstellung der meisten Deutschen zu sein, denn laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes nutzten im Jahr 2016 bereits 53 Prozent der 16- bis 74- Jährigen in Deutschland die Funktion des Online-Bankings. Das bedeutet nicht nur einen Anstieg von zehn Prozent innerhalb von sechs Jahren, sondern die Zahl liegt sogar über dem Durchschnitt der Europäischen Union. Insgesamt sind es hier nämlich nur 49 Prozent. Dennoch nimmt Deutschland nicht die Spitzenposition ein, sondern Dänemark liegt mit 88 Prozent vorne, gefolgt von Finnland mit 86 Prozent und den Niederlanden mit 85 Prozent.

Dementsprechend gibt es hierzulande durchaus noch Nachholbedarf, vor allem bei den älteren Bevölkerungsschichten sowie Menschen mit niedrigerem Bildungsabschluss oder Haushaltseinkommen. Sicherheitsbedenken sind dafür häufige, längst aber nicht die einzigen Gründe. Demnach halten 18,7 Prozent der Befragten einer auf Statista veröffentlichten Studiedas Online-Banking für sehr gefährlich. Weitere Hemmnisse sind das fehlende Knowhow im Umgang mit den modernen Technologien sowie die Bevorzugung des persönlichen Kontakts. Manche Menschen haben auch durchaus schon seit Längerem vor, sich Online-Banking einzurichten, sind aber bislang zeitlich noch nicht dazu gekommen oder haben es schlichtweg vergessen.

Keine Frage des „Ob“, sondern des „Wie“

Ob es tatsächlich eines Tages eine Welt ohne Banken geben wird, bleibt zum Stand heute hingegen fraglich. Was jedoch außer Frage steht: Der Trend geht in Richtung Digitalisierung und neuen Entwicklungen wie dem Online-Banking aus Sicherheitsbedenken den Rücken zu kehren, ist daher weder sinnvoll noch notwendig. Schließlich sind auch die Banken an einem Höchstmaß an Sicherheit interessiert, sodass sie ihre Technologien stetig weiterentwickeln und sicherer machen. Sollte doch ein Kunde Opfer von Cyberkriminalität werden, haftet dafür in der Regel die Bank – sprich der Schaden wird erstattet. Trotzdem sollte der Umgang mit dem Online-Banking sorgsam sein. Wer nämlich fahrlässig handelt, riskiert tatsächlich, auf einem eventuellen Schaden selbst sitzen zu bleiben. Zudem können Cyberattacken durch das richtige Verhalten präventiv verhindert werden, was schlichtweg eine Menge Zeit, Nerven und vielleicht auch einen Gerichtsprozess erspart. Die Frage sollte also nicht lauten, ob Online-Banking genutzt werden sollte, sondern wie.

Tipps für die Erhöhung der Sicherheit beim Online-Banking

Das richtige Verhalten kann also viel Ärger sowie einen finanziellen Schaden durch Cyberkriminalität ersparen. Aus diesem Grund sollten die Nutzer beim Online-Banking wie folgt vorgehen:

Tipp 1: Browser beziehungsweise App aktualisieren

Die regelmäßigen Aktualisierungen des Browsers oder der Apps bei einer Nutzung von mobilen Endgeräten enthalten häufig auch Sicherheitsfeatures. Aus diesem Grund ist es wichtig, diese jederzeit auf dem neuesten Stand zu halten. Häufig kann diese Aktualisierung automatisiert werden, sodass der Browser beispielsweise beim Öffnen selbstständig nach Erneuerungen sucht und diese gegebenenfalls installiert oder die Online-Banking-App aktualisiert wird, sobald eine entsprechend neue Version im App-Store verfügbar ist. Dennoch lohnt es sich, regelmäßig aktiv zu überprüfen, ob die aktuellste Version auf dem Endgerät läuft.

Tipp 2: Virenschutz verwenden

Viren, Würmer, Trojaner – im World Wide Web gibt es allerhand Malware in verschiedensten Ausprägungen, welche zu Sicherheitslücken beim Online-Banking führen kann. Es ist daher wichtig, unbedingt einen aktuellen sowie qualitativ hochwertigen Virenschutz auf dem Computer, Smartphone, Tablet & Co zu verwenden. Dadurch können viele Cyberattacken präventiv verhindert werden, bevor sie einen größeren Schaden verursachen, indem sie beispielsweise Daten ausspähen.

Tipp 3: Richtige Webseite aufrufen

Einige Nutzer machen den Fehler, die Seite für das Online-Banking kurzerhand zu googeln beziehungsweise über andere Drittseiten aufzurufen. Wer dabei nicht auf die richtige URL achtet, kann auf einer Fake-Seite landen, welche eine exakte Kopie des Originals darstellt. Doch wer hier seine Kontodaten eingibt, wird schnell Opfer von Phishing. Es ist daher wichtig, stets über die Originalseite der jeweiligen Bank auf die Unterseite für das Online-Banking zu wechseln und noch einmal die Echtheit des Links zu überprüfen. Für diesen kann dann ein Lesezeichen im Browser eingefügt werden, sodass der Zugriff in Zukunft schneller, dennoch aber sicher möglich ist.

Tipp 4: Verschlüsselung

Bei dieser Überprüfung des Links sollte der Anwender zudem einen kurzen Blick auf die ersten Buchstaben werden. Hier muss unbedingt „https“ stehen, anstelle von „http“. Das weist auf eine verschlüsselte und somit auch sichere Verbindung hin.

Tipp 5: Browser-Profil

Wer den Browser Firefox nutzt, kann hierin verschiedene Nutzerprofile anlegen. Dies bietet sich aufgrund der Vielzahl an Add-ons an. Diese bieten für den User zwar zahlreiche Vorteile, bringen häufig leider aber auch Sicherheitslücken mit sich. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, speziell für das Online-Banking ein eigenes Profil ohne Add-ons anzulegen.

Tipp 6: Sichere Verbindung

Weiterhin sollte für das Online-Banking stets und ausschließlich das eigene Gerät verwendet werden, egal ob Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone. Ansonsten können spätere Nutzer unter Umständen die vorherig eingegebenen Daten auslesen und somit Zugriff auf das Online-Banking erhalten. Für den Nutzer ist zudem nicht ersichtlich, ob sich Malware auf dem fremden Gerät befindet. Auch sollte das eigene WLAN-Netzwerk genutzt werden. Ist dies nicht möglich, muss zumindest eine sichere Verbindung garantiert sein. Ungesicherte WLAN-Netze sind für das Online-Banking nicht geeignet. Ist dessen Nutzung dennoch notwendig, so kann eine VPN-Lösung den Sicherheitsgrad erhöhen.

Tipp 7: Passwörter, PIN & Co auswendig lernen

Manchmal werden die Passwörter beziehungsweise PIN-Nummern für den Login von der Bank vorgegeben. In vielen Fällen kann der Nutzer diese aber auch frei festlegen. Wichtig ist es, dann unbedingt auf sichere Passwörter zu achten, die bestenfalls mit einem entsprechenden Passwort-Generator erstellt wurden. Zudem sollte dieses Passwort niemals auf dem betreffenden Endgerät aufbewahrt werden, denn erhält ein Dritter über Hacking oder Diebstahl darauf Zugriff, so hat er direkt alle Daten für einen Login zur Hand. Am besten ist es daher, die Login-Daten einfach auswendig zu lernen. Ansonsten sollten diese zumindest für Dritte unzugänglich aufbewahrt werden, beispielsweise im hauseigenen Tresor.

Tipp 8: Richtiger Umgang mit der TAN

Neben den Login-Daten benötigen Betrüger für einen Missbrauch im Sinne von Abbuchungen, Überweisungen & Co aber noch die TAN. Diese wird für jede Aktion erneut generiert und kann in der Regel über verschiedene Wege abgerufen werden. Früher waren dafür vor allem TAN-Listen in Papierform üblich. Zwar gelten diese – vorausgesetzt sie werden richtig aufbewahrt – als relativ sicher, jedoch sind sie für den Nutzer oft unhandlich und nicht für das mobile Online-Banking unterwegs geeignet. Viele Menschen machen daher ein Foto von der Liste oder tippen die Nummern in ihr Smartphone beziehungsweise auf ihrem PC ab, um das Problem, die TAN-Liste bei sich haben zu müssen, zu umgehen. Genau das stellt aber ein hohes Sicherheitsrisiko dar und ist unbedingt zu unterlassen.

Besser ist dann der Wechsel zu einem anderen TAN-Verfahren, beispielsweise via TAN-Generator oder Übermittlung der TAN per SMS. Die Möglichkeiten sind vielfältig und je nach Bankinstitut unterschiedlich. Schlussendlich dürfte hier für jeden Geschmack sowie Bedarf die passende Wahl dabei sein. So oder so ist aber darauf zu achten, die TAN jederzeit vor einem Zugriff Dritter zu schützen.

Hilfe im Notfall: Was, wenn es trotzdem passiert?

Der richtige Umgang mit dem Online-Banking kann also Sicherheitsrisiken zu großen Teilen ausräumen und einen finanziellen Schaden durch Diebstahl, Phishing & Co somit präventiv verhindern. Dennoch gibt es natürlich nie 100-prozentige Sicherheit. Aus diesem Grund ist es notwendig, regelmäßig den Kontostand beziehungsweise die Kontoauszüge zu überprüfen und bei Unregelmäßigkeiten schnell zu reagieren. In solchen Fällen gilt es, die Bank über die Sicherheitslücke zu informieren, das Konto sperren zu lassen und Anzeige gegen die (zumeist unbekannten) Täter zu erstatten.

 

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Über Marco Mahling

Marco Mahling ist als unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler tätig im Raum München und Ingolstadt, online berät er seine Kunden aber aus ganz Deutschland. Er ist gelernter Bankkaufmann, zertifizierter Fondsspezialist (TÜV-Süd), Experte für private Vorsorge (DMA), qualifizierter Berater zur Riester-Rente sowie Fachmann für Vorsorgemanagement und berät seine Kunden in den Bereichen Ruhestandsplanung, private Krankenversicherung und Immobilien.

Auf Bewertungsplattformen im Internet lässt er sich von seinen Kunden bewerten und hat auf dem Portal von WhoFinance mehr als 500 Referenzen. Über seinen Blog hält er seine Interessenten auf dem Laufenden und informiert seine Kunden regelmäßig per Newsletter.

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