Bitcoin-Artikelreihe Teil 7: Wie unterscheiden sich Utility Token von Security Token?

Lesezeit: 3 Minuten

Wenn, so habe ich Ihnen im vorangegangenen Beitrag geschildert, eine Kryptowährung seine eigene Blockchain mitbringt, dann ist sie tatsächlich als Währung zu betrachten. Interessant wird der Fall, wenn ein Krypto-Wertgegenstand auf einer bestehenden Blockchain aufsetzt. Nach gängiger Regelung wird sie dann als Token bezeichnet.

Wozu werden Token verwendet?

Ein Token, der per Definition auf einer bestehenden Blockchain aufsetzt, wird nicht durch Miner vermehrt. Vielmehr werden die Token vorher geschaffen, und dann auf der Blockchain gehandelt und gesichert. Die häufigsten Beispiele für Token sind Firmenanteile und Wertpapiere – diese werden auch als Security Token bezeichnet.

Unterschied Utility Token und Security Token

In anderen Fällen stellen Token einen bestimmten Wert dar, der auf bestimmten Handelsplattformen in andere Werte oder auch Güter bzw. Dienstleistungen eingetauscht werden kann. Ein solcher Token wird Utility Token, App-Token, Nutzungstoken oder Verbrauchstoken genannt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat bestimmt, dass bei einem Utility Token der Bezug einer realwirtschaftlichen Dienstleistung im Vordergrund stehen muss, und nicht eine finanzielle Gegenleistung.

Ein Beispiel für einen solchen Utility Token, ist der BAT. Ein BAT kann dazu eingesetzt werden, innerhalb des Web-Browsers ‚Brave‘ – der eine Alternative zu Google Chrome oder Mozilla Firefox darstellt – Werbung zu platzieren. Ein BAT ist aber zu keinem anderen Zweck tauglich. Mit der Ausschüttung von BAT wurde und wird die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung des Browsers finanziert.

Warum muss klar sein, wozu ein Token verwendet wird?

Security Token können die Rolle einer Unternehmensaktie einnehmen. Dies ist ein wichtiger Unterschied gegenüber anderen Werten, da der Inhaber einer Aktie neben dem Firmenanteil auch ein Mitspracherecht erwirbt, und häufig auch ein Anrecht auf Dividende hat. Ist ein Token einer Aktie gleichgestellt, gelten die Gesetze zum Schutz vor Insiderhandel und erweiterte Offenlegungs- und Registrierungsanforderungen.

Unternehmen, die Tokens emittieren, versuchen die Klassifizierung als Security Token aus diesen Gründen zu vermeiden, denn gerade die Pflicht zur Offenlegung ist mit großen Kosten verbunden.

Nicht immer kann das Unternehmen selber entscheiden, als was die herausgegebenen Token klassifiziert werden. Vielmehr kann diese Klassifizierung von der Finanzaufsicht erstellt werden. Dazu müssen Fragen beantwortet werden nach dem Zweck und Ziel des Tokens. Diese Fragen stammen aus dem Howey-Test.

Unterscheidung anhand des Howey-Test

Der Howey-Test wurde Mitte des letzten Jahrhunderts ersonnen, um klar unterscheiden zu können, welche Wertpapiere als solche anzusehen sind. Die Fragen sind:

  • Handelt es sich um eine Geldinvestition?
  • Gibt es eine Profiterwartung von der Investition?
  • Erfolgte die Investition von Geld in ein Unternehmen?
  • Wird der Profit durch die Leistung eines Projektträgers erzielt?

Falls alle Eigenschaften zutreffen, zählt eine Investition als ein Wertpapier, oder im Falle einer Kryptowährung als Security Token.

Token für die Seed-Finanzierung von Unternehmen

Token sind eine einfache Möglichkeit, frisches Kapital für Unternehmen zu besorgen. Häufig werden Token für die Finanzierung von Start-Ups verwendet, die sogenannte Seed-Finanzierung. Ähnlich dem IPO, der Aktien-Emittierung beim Gang an die Börse, wird für Tokens ein sogenanntes ICO – ein Initial Coin Offering – angeboten. Die Token werden mit der Währung bezahlt, dessen Blockchain sie nutzen. Tokens, die auf der Blockchain von Ethereum basieren, werden ERC20-Token genannt. Beispiele sind TenX oder OMG, und werden mit Ethereum bezahlt.

Die Token werden üblicherweise in eigenen Netzwerken – häufig auch Ökosysteme genannt – gehandelt. Damit ist gemeint, dass der Emittent der Token auch die Plattform bereitstellt, auf der die Token in Dienstleistungen oder Produkte getauscht werden können. In einem solchen Ökosystem dienen Token dazu, faire Regeln und Verabredungen aufrechtzuerhalten. Ein Anbieter auf einer solchen Plattform wird dann eine bestimmte Anzahl von Token kaufen und als Einlage leisten. Wird dem Anbieter eine Verletzung der Regeln nachgewiesen, können entsprechend dem entstandenen Schaden Tokens einbehalten werden. Die Tokens werden häufig demjenigen ausbezahlt, der den Betrug aufgedeckt hat. So reguliert sich das System selbst.

Über Marco Mahling

Marco Mahling ist als unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler tätig im Raum München und Ingolstadt, online berät er seine Kunden aber aus ganz Deutschland. Er ist gelernter Bankkaufmann, zertifizierter Fondsspezialist (TÜV-Süd), Experte für private Vorsorge (DMA), qualifizierter Berater zur Riester-Rente sowie Fachmann für Vorsorgemanagement und berät seine Kunden in den Bereichen Ruhestandsplanung, private Krankenversicherung und Immobilien.

Auf Bewertungsplattformen im Internet lässt er sich von seinen Kunden bewerten und hat auf dem Portal von WhoFinance mehr als 500 Referenzen. Über seinen Blog hält er seine Interessenten auf dem Laufenden und informiert seine Kunden regelmäßig per Newsletter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.